Historisches

Aus den Aufzeichnungen von August Weise in der Ebersbacher Chronik kann man entnehmen, dass es ein geregeltes Feuerlöschwesen in Ebersbach erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts gab.

hist057Um 1800 herum war die so genannte Kretschamspritze die einzige dieser Art im ganzen Ort. Welche Not mögen die Bewohner damals gehabt haben, mit diesem Monstrum von Spritze den Brand des Gerichtskretschams am 9. Oktober 1821 zu bekämpfen. Vielleicht war dieses Brandunglück auch die Veranlassung dazu, dass 1821 eine Schlauchspritze für das Niederdorf und 1824 je eine Spritze für die Haine und das Spreedorf angeschafft wurden. Diese drei Spritzen waren recht kompakt gebaute hölzerne Fahrzeuge, die wohl einen kräftigen Wasserstrahl lieferten, aber nur schwerfällige Bewegungen gestatteten. Das Wasser wurde in Eimern herbeigeschafft und in den Spritzkasten gefüllt. Dazu waren aber nicht immer genügend Leute bereit.

hist046Im Revolutionsjahr 1848 wurde, von freiheitlichen Ideen getragen, in Ebersbach ein Turnverein gegründet. Wegen der vertretenen politischen Ansichten musste er sich aber jahrelang im Verborgenen halten. Seine Mitglieder setzten sich bei der Bekämpfung von Bränden immer mit ein.

Bald stellten sie eine eigene Spritzenmannschaft auf und legten sich eine Saugspritze zu. Die Spritze der sogenannten -Turnerfeuerwehr- baute für 200 Taler der Ebersbacher Maschinenbauer Rößner.

Die dazu notwendigen 200 Ellen Schlauch (1 Elle = 50 cm) musste jedoch die Gemeinde aufbringen.

hist066Den Wachdienst bei Bränden hatte schon früher die Schützengesellschaft übernommen.

Bis zur Gründung der Spritzenmannschaft durch die Turner blieb es den Einwohnern überlassen, zur Selbsthilfe zu greifen.

Am 8. April 1864 schlossen sich die Spritzenmannschaften zu einer Freiwilligen Feuerwehr zusammen. In einer Generalversammlung des Turnvereins wurden die Statuten der Turnerfeuerwehr beraten und angenommen. Dieses Datum ist der Gründungstag der heutigen Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach/Sa..

hist071Leider konnte bis Dato noch kein Gründungsprotokoll oder ähnliches ausfindig gemacht werden. Zum Kommandanten dieser Wehr wurde der Veterinärarzt Gottlieb Wünsche gewählt.

Am 19. Juli 1868 wurde festgelegt, dass sich die Mannschaften der Turner-, Kretscham- und Hainespritze usw. (& Mannschaften) sowie Steig-, Rettungs- und Wachmannschaften zusammenschließen. Bei dieser Versammlung erklärten 89 Männer ihren Beitritt.

Aufgrund eines Vertrages übernahm im gleichen Jahr die Gemeinde die Utensilien der Wehr für 368 Taler, 8 Groschen und 4 Pfennige. Der Turnverein musste sich verpflichten, ein Steigerhaus zu bauen und für die Ausbildung der Mannschaften zu sorgen.

Am 5. Januar 1869 erfolgte die endgültige Übernahme der Wehr durch die Gemeinden Alt- und Neuebersbach.

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Am 1. März 1870 wurde von beiden Gemeinderäten ein Statut für die Wehren aufgestellt und, obgleich es im Wortlaut für beide Wehren vollständig übereinstimmt, getrennt in Druck gegeben und herausgebracht. (Ebersbach war von 1839 bis zum 1. Januar 1877 wegen Streitigkeiten in zwei selbständige Ortschaften geteilt.

Eine -Sächsische Feuerverordnung- gab es schon 1834. Selbige wurde 1850 erneuert. Die Verhältnisse innerhalb des Feuerlöschwesens ordneten sich zusehends und die Wehr begann sich schnell zu entwickeln.

hist040Die jeweilige Gemeinde ließ es sich angelegen sein, den Feuerschutz des Ortes ständig sicher zu gestalten indem der Gerätepark und die Requisiten der Wehr immer mehr verbessert wurden. Die alten -Druckspritzen- wurden nach und nach durch -Saugspritzen- ersetzt. Die Zahl der Gemeindespritzen wurde von 5 auf 7 erhöht. 

1872 wurden zwei neue Gerätewagen angeschafft und in den Folgejahren die Schlauchbestände erweitert.

hist0221874 wurden an Stelle der alten Filzhüte die Feuerwehrhelme aus Leder eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt setzte sich die Wehr zusammen aus: den beiden Kommandanten, 5 Bezirkshauptleuten, 12 Abteilungsmännern und 250 bis 280 Mitgliedern in den Mannschaften. Beim Kretscham und an der Spreedorfer Schule befanden sich zu der Zeit je ein Übungsplatz und eine Steigerwand. Für das alte, beim Brand des Kretschams am 2. September 1831 verlorengegangene Spritzenhaus, wurde 1882 ein größeres Feuerwehrdepot neben dem damals neuen Kirchschulgebäude gebaut

Eigene Spritzen und Feuerlöscheinrichtungen besaßen schon 1880 der Bahnhof und die größeren Fabrikunternehmen des Ortes. So hatte das Textilunternehmen Hermann Wünsche, später Hermann Wünsches Erben, bereits Feuerlöscheinrichtungen bevor 1886 eine eigene Fabrikfeuerwehr aufgestellt wurde. Diese Feuerwehr begann mit 20 Mann und erhöhte seinen Personalbestand bis 1900 auf 80 Mitglieder.

hist0341900 standen dieser Wehr bereits zwei Spritzen zur Verfügung. 1935 erfolgte aus wirtschaftlichen Gründen des Betriebes auch eine Teilauflösung dieser Wehr. Eine größere Mitgliederzahl trat mit ihren Geräten zur städtischen Wehr über, 1935 wurde unter dem Kommandanten Oskar Olbrich diese Betriebswehr wieder neu aufgestellt.

Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Alt- und Neu-Ebersbach zu einer Gemeinde Ebersbach am 1. Januar 1877 kam es auch zu einer Vereinigung der Wehren zu einer -Ortsfeuerwehr der Gemeinde Ebersbach-. Diese Wehr erhielt den Namen -Freiwillige Ortsfeuerwehr-. Daraus ergab sich die Notwendigkeit der Aufstellung einer neuen Feuerlöschordnung sowie neuer Statuten. Dabei wurde in der Hauptsache auf die alte Satzung von 1870 zurückgegriffen.

hist043Zu dieser Zeit war der Mitbegründer der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Oskar Röthig der Kommandant. Oskar Röthig war 1873 bis 1904 Kommandant der Feuerwehr von Ebersbach. Er wurde 1903 zum Brandinspektor ernannt und behielt bis zu seinem Tode 1929 die Oberleitung der Wehr.

Seit Gründung der Feuerwehr von Ebersbach gab es bis zum heutigen Tage zwölf Kommandanten bzw. Wehrleiter.

1873 – 1904   Oskar Röthig
1909 – 1919   Gustav Schönfelder
1919 – 1031   Herrmann Röthig
1931 – 1937   Herrmann Engelmann
1937 – 1959   Erwin Herzog
1959 – 1963   Gerhard Fischer
1964 – 1972   Arnold Dutschke
1972 – 1978   Alfred Fröhnel
1979 – 1992   Heinz Richter
1992 – 1993   Roland Graff
1993 – 2013   Andreas Gampe
seit 2013       Uwe Nikodem

Welchem Ansehen sich die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach bereits zwölf Jahre nach ihrer Gründung erfreute unterstreicht, dass der Bautzener Kreisverband der Feuerwehren erstmalig seinen Kreisverbandstag am 27. August 1876 in Ebersbach abhielt. Weitere Feuerwehrverbandstage fanden 1895 und 1905 in Ebersbach statt.

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Wehr eine Sanitätsabteilung angegliedert. Diese Abteilung hörte 1938 auf zu bestehen da der Sanitätsdienst vom Roten Kreuz übernommen wurde.

hist014Einer der letzten Samariter dieser Art in der Feuerwehr Ebersbach war der Kamerad Reinhard Rudoph. 64 Jahre später, am 2. August 2002 wurde auf Initiative des Brandmeisters Thomas Scholze eine Sanitätsgruppe mit 7 Frauen und 4 Männern in der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach/Sa. gegründet.

In das 20. Jahrhundert ging die Freiwillige Feuerwehr mit einem Bestand von 308 Mitgliedern sowie 7 fahrbaren Spritzen mit 1800 Metern Schlauch, drei Gerätewagen und zehn Handspritzen. Auch eine große Schiebeleiter gehörte zur Ausrüstung.

1905 wurden eine neue Wagenspritze für den dritten Bezirk und ein neuer Gerätewagen für den fünften Bezirk angeschafft.

hist015Im  Spreedorf entstand 1908 ein neues Spritzenhaus. Einen gewaltigen Fortschritt bedeutete für das Feuerlöschwesen des Ortes die 1913 erfolgte Inbetriebnahme der Wasserleitung, die einen Kostenaufwand von 700.000 Mark verursachte. Mit dieser Einrichtung erhielt das gesamte bebaute Ortsgelände zu gleicher Zeit 173 Überflurhydranten, die der Feuerwehr nunmehr zur Verfügung standen. Fortan war es möglich, alle Brände, auch Großbrände, erfolgreich zu bekämpfen. Immer seltener wurden die kraftraubenden Handdruckspritzen benötigt. Als wichtiges Utensil bei der Brandbekämpfung blieb aber immer noch der Schlauchwagen, da noch keine andere Möglichkeit für den Transport der Schläuche zur Verfügung stand. Dieses Manko konnte erst mit der Anschaffung von motorisierten Löschfahrzeugen einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg beseitigt werden

Es kam das Jahr 1914. Anstatt das die Feuerwehrmänner von Ebersbach das 50 -jährige Bestehen ihrer Wehr feiern konnten, mussten viele von Ihnen in den Krieg ziehen, der bis 1918 die Reihen der Wehr stark lichtete.

In den schweren Nachkriegsjahren konnte nur eine unbedingt notwendige Neueinkleidung der Mannschaft erfolgen. Dafür musste die Gemeinde 53.000 Mark aufwenden. In einem Protokoll aus dem Jahre 1923 heißt es:  „Dieses Jahr dürfte das schwerste nach dem Krieg gewesen sein. Schuld daran trägt die Inflation. An eine ordentliche Weiterbildung war in diesem Jahr nicht zu denken.“

Nach und nach normalisierten sich die Verhältnisse wieder. Als Ebersbach 1925 zur Stadt erhoben wurde, galt die Feuerwehr als eine städtische Einrichtung.

hist0061926 wurde eine Magirus-Leiter mit einer Steighöhe von 18 Metern angeschafft. Die Aussonderung erfolgte 1975.

Die folgenden 25 Jahre hatte die Ebersbacher Feuerwehr keine fahrbare Leiter. Im Dezember 2000 erfolgte die Anschaffung einer modernen Drehleiter mit einer Steighöhe von 30 Metern. Die offizielle Übergabe an die Wehr geschah am 20. Januar 2001 durch den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Ebersbach/Sa. Herrn Scholz. Damit war das leidige Kapitel des Fehlens eine Leiter in der technischen Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach/Sa. beendet.

Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 war die Feuerwehr nicht mehr nur für die ursprünglichen Aufgaben da. Im Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 heißt es:  „Die von der Feuerwehr gebildeten Vereine und Verbände werden aufgelöst. An die Stelle der Vereine tritt eine nach Löscheinheiten gegliederte Hilfspolizeitruppe“. Es wurden für 900 Mark Lederkoppel und Schulterriemen sowie Stahlhelme für notwendige Einsätze angeschafft.

Eine H-J-Feuerwehr musste aufgestellt werden. Bestimmt wurde auch, dass die Feuerwehr mit dem Reichsluftschutzbund zusammenzuarbeiten habe.

Angehörige der Feuerwehr, die das 60. Lebensjahr erreicht hatten, mussten aus dem Feuerwehrdienst ausscheiden. In heutiger Zeit sind die Wehrmitglieder ab 65 Jahre in einer Alters- und Ehrenabteilung tätig, wenn nicht schon vorher ein Dienst unmöglich wurde.

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Im  Jahre 1939 bereitete sich die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach/Sa. auf die Feier zum 75 jährigen Bestehen vor. Da machte der Ausbruch des zweiten Weltkrieges am 1. September allen Plänen ein Ende. Rund 50 Mann wurden sofort zum Wehrdienst eingezogen, sodass nach Ausbruch des Krieges die Wehr nur noch 86 Mann stark war. Im Mai 1940 wurde ein automobiler Mannschafts- und Gerätewagen nebst Kraftspritze in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug ging am 9. Mai 1945 verloren. Es soll als Fluchtauto in das heutige Tschechien gedient haben.

Im Verlauf der Kriegsjahre war die Stadt Ebersbach gezwungen, eine ganze Reihe von männlichen Einwohnern als Ergänzungskräfte zum Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zu verpflichten. Aus aufgefundenen Unterlagen sind bisher 76 Personen bekannt.

Elf Feuerwehrleute kamen nach 1945 nicht mehr von der Front zurück. (es wird angenommen, dass diese mit Namen belegte Zahl richtig ist.)

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Es war wieder ein Neuanfang notwendig. Mit der Besetzung der Stadt durch Sowjet-Truppen nach dem 8. Mai 1945 wurde zunächst auch die Arbeit der Feuerwehr sehr erschwert. Unter anderem wurde von der Sowjetkommandantur (mit Sitz im alten Rathaus) im Mai gleichen Jahres festgelegt, dass alle Übungen und Einsätze in Zivilkleidung durchzuführen sind. Die Wehrangehörigen trugen weiße Armbinden mit der Aufschrift -Feuerwehr- in deutsch und russisch.

Am 17. Mai 1945 waren 89 Männer, einschließlich Wehrführer, im aktiven Mannschaftsbestand. An technischer Ausrüstung standen 5 Handdruckspritzen, 7 Schlauchwagen, 5 Steigleitern sowie eine fahrbare Ausziehleiter zur Verfügung.

hist009Im August 1945 war im Einvernehmen mit der Ortskommandantur die Uniformierung der Feuerwehr wieder vollständig hergestellt. Im gleichen Jahr konnte eine Tragkraftspritze (TS-8) aus dem sogenannten Marinelager beschafft werden. Die Spritze war gebaut von der Firma K. Rosenbauer in Linz/Donau. Das Marinelager befand sich in den Kriegsjahren in der Stammfabrik, die ab Oktober 1997 abgerissen wurde. (Heute kennen wir den Platz als Spree-Eck.)

Der Mannschaftswagen konnte durch Umbau eines LKW -Ford- Baujahr 1928, welche von Herrn Rudolf aus Hof/Bayern im November 1945 für die Stadt zum Preis von 100 Reichsmark beschafft wurde, mit Inbetriebnahme 1947 ersetzt werden.

Am 13. Oktober 1946 fand die erste Großübung der Wehr nach dem zweiten Weltkrieg statt. Sie wurde beim Bauer Gocht, Unterer Kirchweg 6 durchgeführt.

In einem Schreiben vom 28. April 1947 von der Landesregierung Sachsen an die Bürgermeister heißt es: „Gemäß Befehl der sowjetischen Militäradministration vom 12. April 1947 sind die Feuerwehren in die örtliche Selbstverwaltung überzuleiten. Die Feuerwehren scheiden mit sofortiger Wirkung aus der Organisation der Polizei aus.“
Damit endete nach 17 Jahren der Polizeihilfsdienst der Feuerwehr.

Im April 1954 erhielt die Gruppe 5 eine tragbare Kraftspritze mit einer Leistung von 300 Litern/min. (TS-3)

1954 wird von der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach/Sa. ihr 90 jähriges Jubiläum gefeiert. Die Veranstaltungen waren als Werbung für die Wehr gedacht. Höhepunkt dabei war eine Propagandafahrt durch das Stadtgebiet von Ebersbach mit allen Feuerwehrangehörigen.

hist007Aus dem Brandschutzgesetz von 1956 ging hervor, dass der Bürgermeister in erster Linie für den Personalbestand der Feuerwehr und deren persönliche Ausrüstung verantwortlich war. Über die technische Ausrüstung und die fachliche Ausbildung entschied im Wesentlichen die Abteilung Feuerwehr beim Volkspolizei-Kreisamt mit dem Brandschutzbeauftragten des Rates des Kreises. Mit diesem Gesetz wurde auch der vorbeugende Brandschutz für die Freiwillige Feuerwehr zu einer wichtigen Aufgabe gemacht. Die Gründung einer Brandschutzgruppe erfolgte am 25. März 1958 mit sieben Kameraden, die sich fortan um den vorbeugenden Brandschutz in der Stadt zu bemühen hatten. Im Laufe der Folgejahre wurden die Soll-Zahlen für die Gruppenstärke immer wieder erhöht.

Im Februar 1966 wurde festgelegt, dass die Wehr in Ebersbach/Sa. 100 aktive Mitglieder, davon 30 im Brandschutz haben muss. Die tatsächliche Anzahl der Wehrangehörigen betrug aber nur 74 Männer und 6 Frauen.

hist001Aufbauend auf den erwähnten Statuten von 1959, wonach jeder Bürger Feuerwehrangehöriger werden kann, wurde 1964 mit 6 Frauen eine -Frauengruppe der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach- gegründet. Diese Frauen arbeiteten aktiv im vorbeugenden Brandschutz mit. Im sogenannten Wendejahr 1990 endete die Existenz dieser Brandschutzgruppe und ein Großteil ihrer Mitglieder wechselte in die neu entstandene Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr.

Das Statut der Feuerwehr von 1959 legte aber auch fest, dass Wirkungsbereiche der Feuerwehr zu bilden sind. Die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach wurde mit den Wehren Neugersdorf, Walddorf, Eibau, Oberoderwitz sowie Kottmarsdorf und Neueibau zu solch einer Einheit verbunden. In den 80er Jahren wurden weitere Wehren der umliegenden Orte zugeordnet. Mit der Wende endete auch deren Bestehen.

In einem Schreiben vom 18. Oktober 1956 an den Rat der Stadt Ebersbach beantragte die Wehr zum Zwecke einer zentralen Gesamtausbildung einen Geräteraum im -Neubürgerhof- Bahnhofstraße 6.Diesem Ansinnen wurde 1957 entsprochen. Am 7. Oktober konnte über diesem Raum ein Schulungsraum bezogen werden. Damit war auch die theoretische Ausbildung in den Wintermonaten gesichert.

Wegen ungenügender technischer Ausrüstung erhielt die Wehr 1957 ein fabrikneues Löschfahrzeug vom Typ -Robur- mit einer tragbaren Motorspritze deren Leistung 800 l/min betrug sowie einen Schlauchtransportanhänger (STA) mit 21 B-Druckschläuchen vom VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz. Beides zusammen hatte einen Kaufpreis von 26.319,50 Mark. Mit dem Erhalt der motorisierten Technik war es den Kameraden der Feuerwehr endlich vergönnt, die in vielen Jahrzehnten mit Handzug genutzten Schlauchwagen in den Gerätehäusern stehen zu lassen.

hist059Es änderte sich auch die Struktur der Feuerwehr in Ebersbach. Es wurde nicht mehr, wie einst üblich, in den einzelnen Gruppen, sondern in zwei Zügen der Übungs- und Einsatzdienst durchgeführt.

1957/58 erhielten die Kameraden der Wehr erstmalig Schutzkombinationen (sog. Blaumänner) für ihre Einsätze. Bis zu diesem Zeitpunkt galt die sogenannte Tuchuniform auch als Einsatzkleidung.

Ab 1960 übernahm der Rat des Kreises die Mitplanung für Geräte und Uniformen. Die in dieser Zeit zunehmende Reglementierung der Freiwilligen Feuerwehr durch übergeordnete Behörden, forderte auch von der Feuerwehr in Ebersbach eine gravierende Korrektur der Mannschaftsstärke. So wurde Ende der fünfziger Jahre verlangt, dass die Wehr auf maximal 80 Angehörige reduziert wird. Diesem Umstand kam zugute, dass der VEB Spinnerei – und Weberei zu diesem Zeitpunkt eine starke, gut ausgebildete und technisch gut ausgerüstete Betriebswehr hatte und somit ein starker Partner der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach war. In der Zeit vor 1956 bis 1990 bestanden in Ebersbach noch weitere Betriebswehren bzw. Löschgruppen in den Betrieben, die alle mit der politischen und wirtschaftlichen Wende 1990/91 ihre Existenz verloren.

So wurde 1962 in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule unter Leitung des Kameraden Martin Matthes die erste Arbeitsgemeinschaft -Junge Brandschutzhelfer- mit 8 Schülern gegründet.

Diesem Beispiel folgten die Schulen im Spreedorf und die Hainschule. Die Betreuung dieser Kinder wurde auch von den Mitgliedern der Frauengruppe aktiv mitgestaltet. Leider war der erhoffte Erfolg, Nachwuchs für die Wehr zu bekommen, sehr gering. Ursache dafür war das damals gültige Brandschutzgesetz, welches keine Möglichkeit bot, die jungen Leute zwischen 14 und 16 Jahren in die Feuerwehr zu bekommen.

hist011Mit dem Ende der DDR zerfiel auch diese Art der Jugendarbeit und es begann mit der Gründung eines Jugendzuges am 3. Mai 1991 ein neues Kapitel für die Feuerwehr. Zu diesem Gründungstag meldeten sich 12 Schüler für den Jugendzug an. Im April 1993 wurde dem Jugendzug ein eigenes Fahrzeug übergeben. Selbiges wurde aus Fördermitteln finanziert. Von Seiten der Stadt wurden dazu ein komplett ausgerüsteter Tragkraftspritzenanhänger und ein Schlauchboottransportanhänger zur Verfügung gestellt. Leider bereitete die wirtschaftlich schwache Entwicklung in der Region vielen jungen Menschen das Problem der Findung einer Lehrstelle in der Heimat und den anschließenden notwendigen Arbeitsplatz in der Nähe. Aber auch persönliche Entscheidungen von den Nachwuchskräften der Feuerwehr bringen letztendlich nur wenig neue Mitglieder in den aktiven Feuerwehrdienst. Damit hat die Freiwillige Feuerwehr die gleichen Sorgen wie viele andere Wehren auch.

hist012Mit der Anschaffung weiterer Löschfahrzeuge ab dem Jahre 980 wurde das bisherige Feuerwehrdepot zu klein. Zwischen 1988 und 1992 wurde ein vorhandenes Gebäude in der Bahnhofstraße 6 zweckentsprechend von dem Ebersbacher Bauunternehmen Richter als Hauptauftragnehmer umgebaut. Damit war eine wesentliche Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten als auch günstigere Ausrückebedingungen bei Einsätzen geschaffen.

Für die bereits erwähnte Drehleiter wurde am 29. September 1998 mit den Bauarbeiten durch die Firma Graf und Söhne für eine Unterstellhalle begonnen. Am 9. Juli 1999 erfolgte die Übergabe an die Wehr. Mit dem Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistungen der Feuerwehr im Freistaat Sachsen vom 2. Juli 1991 ergaben sich wiederrum neue Tätigkeiten für die Feuerwehr. So war als eine zusätzliche Aufgabe die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und anderen Havarien auf den Straßen hinzugekommen.

Fassen wir die Ausbildungsdienste, Einsätze und Hilfeleistungen von 1995 bis 2003 zusammen, so ergibt sich eine stattliche Zahl von 246 planmäßigen Diensten und Alarmübungen, 145 Brandeinsätzen und 372 Hilfeleistungen.

Bei den gesamten Brandeinsätzen und Hilfeleistungen standen in dem erwähnten Zeitraum im Durchschnitt -nur- 40 aktive Männer und 7 aktive Frauen zur Verfügung. Dabei muss gesagt werden, dass diese Personenzahl nur theoretisch genutzt werden konnte, da nicht alle Aktiven wegen eines auswärtigen Arbeitsplatzes oder anderer Gründe zur Verfügung standen.

Die genannte Zahl an aktiven Feuerwehrleuten lässt aber nur annähernd erkennen, welche Probleme es gibt, um die Einsatzfähigkeit im Ernstfall zu jeder Tages- und Nachtzeit sicherzustellen. Für die Freiwillige Feuerwehr Ebersbach/Sa. war es daher angebracht, sogenannte Löschhilfeverträge mit Feuerwehren anderer Ortschaften einzugehen.

Entsprechend dem Brandschutzgesetz des Freistaates Sachsen vom Mai 1977 wurden solche Verträge mit der Wehr von Dürrhennersdorf im Jahre 1997 und den Feuerwehren von Eibau, Walddorf und Seifhennersdorf im Jahre 1998 geschlossen. Bleibt zu wünschen und zu hoffen, dass manch junger Mensch sich um die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach/Sa. bewirbt um in nutzvoller Freizeitbeschäftigung mit einer kräftigen Wehr den Bürgern, die in Not oder Gefahr geraten sind, zu helfen.

Diese Zeilen stammen aus einem Heft, welches die Wehr anlässlich unseres 140 jährigen Bestehens im Jahr 2004 herausgebracht hat. Geschrieben hat diesen Text unser heutiges Ehrenmitglied, Kamerad Arnold Dutschke. Dafür sei ihm an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.

In erster Linie sind es die Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung, die sich um die Erforschung und Dokumentation der Geschichte der Ebersbacher Feuerwehr bemühen. Dieses findet seinen Niederschlag unter anderem in unserem Feuerwehrmuseum, welches auf jeden Fall einen Besuch lohnt.

Seit 2004 (bis dahin wird unsere Geschichte in obigem Text betrachtet) hat sich viel ereignet, was jedoch noch nicht -historisch- genug ist, um auf dieser Seite behandelt zu werden.

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